Endlich komme ich dazu, Dir von meinem letzten Trip nach Rom zu berichten.
Wie schon bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren war ich wieder für zehn Tage und über den Jahreswechsel in Rom.
Eigentlich keine schlechte Zeit, um den kalten heimatlichen Gefilden zu entrinnen. Zumal es in Rom meistens ein paar Grad wärmer ist als in Hamburg.
Ich sagte meistens, denn dieses mal war es doch ziemlich kalt…
Na schön, dann mussten eben Grappa und Vino beim Aufwärmen helfen J

Mein Appartement lag im Centro Storicco in der Nähe der Piazza Navonna. Zentraler geht es kaum. Das Appartement selbst war eigentlich nichts Besonderes, aber es hatte eine Dachterrasse mit einem traumhaften Rundumblick über die Dächer von Rom. Der Wahnsinn!

Um die Ecke gab es eine kleine Espressobar (Emporio alla Pace), in der ich mir jeden Morgen ein Pezzo di Dolce und einen Latte Macchiato bestellt habe.
Anschließend ging es frisch gestärkt und motiviert auf Erkundungstour.
Am liebsten erlebe ich eine Stadt, indem ich mich durch die Straßen treiben lasse. Und das habe ich trotz der Temperaturen auch dieses mal wieder so gehandhabt.

Die besten Zeiten mit gutem Licht für Deine Bilder sind in der Regel die frühen Morgenstunden, der Vormittag, der späte Nachmittag und die Abendstunden. Das heißt für Dich, die ganze Tagesmitte kannst Du für andere Dinge, wie zum Beispiel Kultur, gutes Essen, Deinen Partner (der sollte eher weiter vorn in der Reihenfolge stehen) und zur Entspannung nutzen.

Vor dem Trip habe ich mir einige fotografische Experimente und Projekte überlegt, die ich gerne umsetzen wollte. Unter anderem habe ich mit längeren Belichtungszeiten experimentiert: Zeiten um 1/2–1/8 Sekunde, eben gerade so lange, dass Menschen in der Bewegungsunschärfe sind und das Umfeld scharf bleibt. Dabei habe ich ausgetestet, wie lange ich noch aus der freien Hand fotografieren kann, ohne dass das Bild verwackelt. Oder vielleicht auch gerade, dass es verwackelt.

Einen Tag habe ich auf dem Petersplatz verbracht und dort als stiller Beobachter Menschen fotografiert. Außerdem habe ich zwei Gebäude des US-Architekten Richard Meier besucht und Architekturaufnahmen gemacht. Zuerst vom Ara-Pacis Augustae Museum (Altar des Friedens des Augustus) und dann von einer Kirche mit dem Namen Dio Padre Misericordioso (Gott, der barmherzige Vater). Letztere befindet sich weit draußen in einem Vorort von Rom, mitten in einer Plattenbausiedlung. Und auch dieses mal habe ich meine Kameraausrüstung wieder auf mögliche Verbesserungen und eine weitere Reduzierung getestet.

Natürlich habe ich nicht nur fotografiert… die Mischung macht es. Und so war ich auch wieder viel kulturell unterwegs. So habe ich an einer sehr interessanten Führung ins Herz der Christenheit teilgenommen, nämlich in die Nekropolen und zum Petrusgrab unter dem Petersdom. Es war spannend zu sehen, wie alles im Laufe der Jahrhunderte um dieses Grab gewachsen ist und dabei immer größer wurde bis hin zum Petersdom. Direkt nach dem Petrusgrab ging es weiter in die Vatikanischen Grotten, in denen viele Päpste beigesetzt sind. Leider war das Fotografieren dort unten streng verboten.

In einem anderen Beitrag habe ich schon mal von Henri Cartier-Bresson als einen der Väter der Streetfotografie berichtet. Von ihm war eine tolle Fotoausstellung im Ara-Pacis Museum zu sehen. Selbstredend, dass ich die sehen musste. Das Auditorium Parco della Musica zeigte indes Werke von Elliott Erwitt und Gianni Berengo Gardin, weiteren wichtigen Wegbereitern der Streetfotografie. Die dritte Ausstellung, die ich besucht habe, war im Zoologischen Museum zu sehen. Zum Thema “Naturfotografie” waren erstaunlich professionelle Fotografien von Jugendlichen ausgestellt. Zu jedem Bild gab es eine Erklärung, von wem diese Aufnahme ist, wo sie entstand, was sie zeigt und interessanter Weise waren auch die technisch relevanten Daten der verwendeten Kamera und des Objektivs angegeben. So konnte das geschulte Auge die Bilder auf einer weiteren Ebene begreifen. Für mich war es jedenfalls ein Vergnügen, diese Bilder und ihre Entstehung nachzuvollziehen.

Und genau das kannst Du auch gleich tun. Hier ist eine kleine Auswahl meiner Aufnahmen aus Rom. Viel Spaß beim anschauen!