Heute geht es weiter nach Valencia. Die Stadt soll nicht nur eine wunderschöne Altstadt haben, sondern mit der „Ciudad de las Artes y de las Ciencias“ von Santiago Calatrava auch ein architektonisches Highlight. Wir haben uns für einen Campingplatz entschieden, der zwar nicht am Meer liegt, aber eine Metrostation mit direkter Verbindung nach Valencia in der Nähe hat.

Im Vergleich zum letzten, sehr großen Campingplatz ein ganz anderes Bild: ein kleiner Schotterplatz, der außer Stellplätzen (natürlich mit Strom, Sanitär etc) nicht viel zu bieten hat. Dafür ist die Atmosphäre aber auch viel familiärer und wir kommen ganz schnell mit anderen Campern ins Gespräch. Wir stellen uns direkt neben einen alten Mercedes-Bus. Erfahrungsgemäß sind in solchen Bussen immer nette Leute unterwegs (ein positives Vorurteil, das sich auch hier wieder bestätigt: ein Ehepaar in Rente, das den Bus vor 40 Jahren gekauft und selbst ausgebaut hat. Die beiden haben lustigerweise die gleiche Route wie wir vor sich.).

Die nette Spanierin am Empfang weist uns ein und hat auch gleich die Fahrkarten für die Metro für uns. Also machen wir uns relativ bald auf den Weg, um Valencia zu erkunden. Natürlich mit Bolle, für den wir brav den ungeliebten Maulkorb mitnehmen.

Bis zum Stoppen der Metro durch Handzeichen (muss man hier machen, weil die Station so klein ist), klappt alles hervorragend. Dann kommen in der Metro ein paar Durchsagen, natürlich auf Spanisch, die wir schon irgendwie auf uns beziehen aber mangels Sprachkenntnissen so interpretieren, dass der Hund einen Maulkorb tragen muss. Eine nicht ganz zutreffende Interpretation, wie wir erkennen, als der Zugführer extra für uns seinen Fahrerraum verlässt und uns mit Gesten klar macht, dass Hunde überhaupt nicht erlaubt sind.

(unsere vorherige Internetrecherche hatte noch ergeben, dass mit Maulkorb alles okay sein sollte, das gilt aber wohl nur für ausgewählte Städte wie z.B. Barcelona und Madrid). Also wieder raus aus der Bahn und zurück zum Campingplatz.

Nach kurzer Diskussion entscheiden wir, dass Valencia von uns nicht ausgelassen werden darf. Die Lösung, wir fahren nacheinander, ich bleibe mit Bolle erstmal auf dem Campingplatz und Frauke fährt zuerst nach Valencia. Am nächsten Vormittag bin ich dann dran… Gesagt, getan: neuer Anlauf, diesmal ohne Hund und ohne Platzverweis. Am Abend kommt Frauke völlig begeistert von ihrem Ausflug zurück. Sie lobt Valencia in den höchsten Tönen und was es dort nicht alles zu sehen gibt… Okay, jetzt bin ich wirklich neugierig!

Am nächsten Morgen lasse ich mich durch Google maps mit den richtigen Bus- und Bahnverbindungen zur „Ciudad de las Artes y de las Ciencias“führen. Wirklich praktisch. Mit dem Livetracker kann ich immer meine Position sehen und weiß so wo ich aussteigen muss J
Seit meinem Architekturstudium bin ich ein großer Fan von Calatrava, was ich jedoch in Valencia zu sehen bekomme toppt alles nochmal!

Die Besonderheit an seiner Architektur ist das meisterhafte Spiel mit den Tragwerkskräften. Es liegt eine solche Eleganz und Kunstfertigkeit in seinen Konstruktionen, dass man sich wirklich nur wundern kann. Schade, dass sein Entwurf für die Reichstagskuppel nicht den Zuschlag bekommen hat. Sir Norman Fosters Entwurf ist zwar auch nicht schlecht, aber bei weitem nicht so filigran und elegant.

Wie ein kleiner Junge staune ich immer wieder und mache Fotos. Das allein war die Fahrt schon wert… großartig!!
Anschließend laufe ich noch durch den gekonnt angelegten Parkgürtel und die imposante Altstadt.

Frauke, Du hattest wirklich recht!

Keine Ahnung, warum Valencia bisher nicht auf meiner Reiseliste stand. Diese Stadt ist großartig und wirklich einen Besuch wert! Mindestens eben so sehr wie Barcelona.

Valencia - lütte Freiheit