Und weiter geht’s mit den Fototipps, diesmal für Kitefotografie. Vor ein paar Tagen war ich in Ägypten/ Hamata zum Kitesurfen. Obwohl das Kiten für mich Prio 1 hatte, war meine Kameraausrüstung auch wieder dabei; allerdings in einer ziemlich abgespeckten Version. Ich habe nur meine Fuji X100s und die Fuji X-T1 mit einem 50-230mm-Objektiv eingepackt. Für das, was ich vorhatte, sollte das vollkommen reichen: Portraits und Sportaufnahmen von Pro-Kitern. Die Fuji X100s mit ihrem umgerechneten 35mm Objektiv ist perfekt für die Portraitaufnahmen und das XC 50-230mm (umgerechnet 75-345mm) war für Sportaufnahmen aus einiger Entfernung gedacht.

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Fuji X100s, Reise-Kamera-Ausrüstung

 

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Fuji X-T1, Reise-Kamera-Ausrüstung

 

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Fuji XC 50-230mm, Reise-Kamera-Ausrüstung

Vor einiger Zeit habe ich angekündigt, nach und nach die unterschiedlichen Gebiete der Reisefotografie zu thematisieren. Als Fotograf kann ich natürlich nicht in allen Bereichen ein Spezialist sein. Die Sportfotografie gehört zu den Themengebieten, auf denen ich selbst erst Erfahrungen sammeln muss. Die Ergebnisse und Erkenntnisse, die ich im Kitecamp in Ägypten gesammelt habe, werde ich hier mit Dir teilen.

Fangen wir mit den Portraitbildern an. Wie gesagt habe ich diese mit der X100s aufgenommen. Ergänzend hatte ich einen kleinen Faltreflektor (eine Seite weiß und die andere silber/gold) dabei, mit dem ich die Gesichter ein wenig aufhellen konnte. Zusammengefaltet ist er lediglich 21cm und entfaltet 56cm groß.

Minireflektor, Reise-Kamera-Ausrüstung

Minireflektor, Reise-Kamera-Ausrüstung

Unterstützung bekam ich durch eine nette junge Dame, der 12-jährigen Emeli, die mir freundlicherweise bei den Aufnahmen assistiert und den Reflektor gehalten hat. Nochmal danke dafür an dieser Stelle!

Das Licht und die Schatten in Ägypten sind sehr viel weicher als in Deutschland. Für Portraitaufnahmen ist das wirklich vorteilhaft, nicht umsonst finden auch viele Modeshootings in Afrika statt. Dadurch konnte ich die Pro-Kiter für meine Aufnahmen meist einfach mit dem Rücken zur Sonne stellen und das Gesicht von vorne mit dem Reflektor aufhellen. Die entstandenen Portraits kannst Du Dir in der beigefügten Galerie anschauen.

Kommen wir zum zweiten Teil und meinen ersten Gehversuchen in der Sportfotografie. Hierfür hatte ich meine Fuji X-T1 und das XC 50-230mm dabei. Da bei der Sportfotografie meist aus einiger Entfernung fotografiert wird, solltest Du eher ein Teleobjektiv verwenden. Noch besser ist ein lichtstarkes Teleobjektiv. Meine erste ernüchternde Erfahrung war, dass die Fuji X-T1 für Sportaufnahmen doch relativ langsam fokussiert. Eine Spiegelreflexkamera ist hier gegenüber einer Systemkamera immer noch klar im Vorteil. Das hat zum Teil dazu geführt, dass der Fokus erst dann gefunden wurde, wenn der Kiter seinen Sprung bereits beendet hat. Ich muss zugeben, dass ich teilweise ziemlich genervt war…
Schließlich konnte ich die Performance meiner Kamera doch noch ein wenig steigern, indem ich ohne Polfilter weiter fotografiert habe. Ich denke, dass die Autofokusgeschwindigkeit noch weiter gesteigert werden kann, wenn man ein lichtstärkeres Objektiv verwenden würde. Eine Anfangsblende von 6.7 bei 230mm ist dann eben doch nicht ganz so lichtstark.

Außerdem habe ich festgestellt, dass man bei der Sportfotografie bei kürzeren Belichtungszeiten den Bildstabilisator des Objektivs besser ausschaltet. Paradoxerweise führt der Bildstabilisator bei kürzeren Belichtungszeiten zu verwackelten Bilder. Die Grenze für dieses Phänomen hängt natürlich vom verwendeten Objektiv und wahrscheinlich auch von der Brennweite ab. Ich würde den Stabilisator als Richtwert bei etwa einer 1/200 Sek. oder kürzer deaktivieren.

Vor Ort gab es einen ägyptischen Fotografen, mit dem ich mich kurz unterhalten habe. Er ist mit seiner kleinen Spiegelreflexkamera auch ins Wasser gegangen, obwohl diese natürlich nicht wasserdicht war. Dadurch hat er eine ziemlich gute Perspektive bekommen. Die Kiter haben sich meist beim Sprung in seine Richtung gedreht und das Kitecamp diente als Hintergrund. Der Spot besteht aus einem riesigen Stehrevier, fast ohne Wellen oder Strömung. Das heißt, die Gefahr mit der Kamera ins Wasser zu fallen war nicht besonders groß. Die Hauptgefahr bestand eher darin von einem Anfänger über den Haufen gefahren zu werden. Natürlich solltest Du bevor Du mit Deiner Kamera ins Wasser gehst, um eine bessere Perspektive zu bekommen, immer die möglichen Gefahren abschätzen. Wellen z.B. und der dabei entstehende Sog sind nicht zu unterschätzen, auch Untiefen können zumindest für Deine Kamera recht gefährlich werden.

Hier also meine Bildausbeute zusammen mit den verwendeten Kameradaten.

Ich hoffe der Beitrag hat Dir gefallen und Du bist beim nächsten wieder dabei, bis dahin Hang Loose!

Kiten Ägypten, Fuji X100S, 23mm, f2.8, 1/125s, ISO 400

Kiten Ägypten, Fuji X100S, 23mm, f2.8, 1/125s, ISO 400