Sacken lassen! Ich glaube, ich musste alles erst mal sacken lassen… Bevor der letzte Bericht, der Abschlussbericht geschrieben wird. Zweieinhalb Monate sind es seit unserer Rückkehr und ich würde am liebsten schon wieder losfahren.

Doch daraus wird wohl nichts, erstens sind da die Verpflichtungen, die uns wieder voll eingefangen haben, und außerdem haben wir unser Wohnmobil „Achse“ schon wieder verkauft. Es musste sein, er war einfach zu groß für die Stadt und speziell für unser von Parkplatznot gestresstes Viertel.

Irgendwie vermisse ich ihn und auch das freie Leben, das er uns ermöglicht hat.

mit dem iPhone aufgenommen

mit dem iPhone aufgenommen

Und deshalb bin ich jetzt wieder auf der Suche nach einem neuen Camper. Einem neuen Projekt! Nur diesmal eine Nummer kleiner 😉

Aber das ist eine ganz andere, eine neue Geschichte! Und die beginnt nicht, bevor ich diesen Bericht zu Ende gebracht habe J

Hier kannst Du unseren kompletten Europa-Streckenverlauf von 12500 km sehen.

Route Europatrip

Außerdem ein kleines Interview mit mir selbst, irgendwie ein wenig schizophren ;-)) aber eine nette Art auf einige Fragen einzugehen, die Euch bestimmt interessieren dürften.

Wie hat Dir diese Art zu reisen gefallen?

Anfangs mussten wir uns an einige Dinge gewöhnen. Z.B. war das Schlafen im beengten Alkhoven erstmal ein Problem für uns. Oder das Fahren mit dem großen Camper. Ist ja schon etwas anderes als ein normaler PKW.

Außerdem brauchte es Zeit, bis wir uns als Team eingespielt hatten. Wer für welche Aufgaben zuständig ist usw.. Nach den ersten beiden Wochen bekamen wir langsam Routine und ab dann wurde es immer besser.

Isgesamt hat mir das Reisen im Wohnmobil richtig gut gefallen. Erst recht nachdem mit der Eingewöhnung langsam eine  gewisse Leichtigkeit eingekehrt ist. Schließlich wurde auch das Freiheitsgefühl immer stärker. Zum Schluss hätte ich einfach immer weiterfahren können.

Haben sich Deine Erwartungen zu eurem Trip erfüllt oder bist Du vielleicht ein wenig enttäuscht? Wenn ja, weshalb?

Ich war ja vor dem Trip ein wenig vorsichtig mit meinen Erwartungshaltungen. Ich wollte einfach nicht enttäuscht werden… Dennoch kann man seine Vorstellungen nicht gänzlich ausblenden.

Jetzt, im Nachhinein, glaube ich, wir haben so viel erlebt, selbst mit hohen Erwartungen wären wir wohl voll auf unsere Kosten gekommen.

Was hat Dir am besten gefallen?

Das wir eine sehr intensive Zeit ohne große Verpflichtungen miteinander verbringen durften.

Welche Regionen waren besonders schön?

Das kann man eigentlich gar nicht wirklich festmachen. Wir haben viele besonders schöne Regionen gesehen. Wenn ich mich trotzdem festlegen sollte, dann würde ich die Algarve in Portugal sagen. Die Steilklippen mit den Sandbuchten und den hohen Wellen waren schon ziemlich spektakulär.

Wie war es, drei Monate auf so engem Raum zu leben?

Nach der ersten Gewöhnungsphase ging das ziemlich gut. Außerdem ist man ja nicht ständig im Wohnmobil, sondern verbringt sehr viel Zeit draußen. Da fühlt man sich eigentlich sogar freier als in einer großen Wohnung oder einem Haus.

Geht man sich in drei Monaten und wenn man ständig zusammen ist, nicht irgendwann gegenseitig auf die Nerven?

Wenn man sich gegenseitig genügend Freiraum lässt auch mal etwas allein zu unternehmen, klappt es eigentlich ganz gut. Irgendwann entwickelt man ein Gespür dafür, wann man selbst oder der Partner etwas Zeit für sich braucht. Meine kleinen Auszeiten hatte ich z.B. beim Kiten.

Welche Erkenntnisse hast Du aus Eurer Reise gewonnen?

Wie wenig man eigentlich braucht, um glücklich zu sein! Im Gegenteil, es ist sogar ziemlich befreiend, nicht viel zu haben! Natürlich nur solange man freiwillig darauf verzichtet.

Hat die Reise Dich auf irgendeine Weise verändert?

Defenitiv! Die Reise hat meine Prioritäten noch weiter verschoben und mir gezeigt, was mir wirklich wichtig ist!

Reisen und meine Freiheit! Weniger Besitz oder Dinge, die mich belasten.

Hättest Du im Nachhinein etwas anders gemacht?

Nicht wirklich. Die Reisezeit war ideal, weil wir hauptsächlich in der Nebensaison unterwegs waren. Und die Route war, bis auf Hirschberg in Polen, das hätte man auslassen können, ebenfalls sehr gut gewählt.

Welche Dinge waren besonders hilfreich auf dem Europatrip?

Eher digitale Medien zur Orientierung wie z.B. die ACSI und Campercontact App (Stell- und Campingplatzführer) und Google Maps als Navigationssystem. Dann auf jeden Fall die ACSI Campingcard, mit der haben wir viel Geld beim Übernachten gespart. Übrigens ist sie viel besser als die ADAC Campingcard, die außerhalb von Deutschland viel seltener akzeptiert wird.

Welche Tipps würdest Du jemanden geben, der eine ähnliche Reise plant?

In der Nebensaison zu reisen, von Anfang Mai bis Mitte Juli. Eine gute Packliste von Dingen suchen, die man im Camper und auf längeren Reisen braucht. Das Fahrzeug vor Fahrbeginn von einer Fachwerkstatt einmal richtig durchchecken lassen. Ein nettes Reisekochbuch mit einfachen Gerichten für Boot und Camper kann auch hilfreich sein.