Moin Leute, ich bin mal wieder unterwegs, diesmal in Dubai und Abu Dhabi.
Einige von Euch wissen vielleicht, dass ich als People- und Architekturfotograf arbeite. Ein Kunde hat mich für ein viertägiges Shooting gebucht. Verschiedene Dienstleistungen des Unternehmens sollen für seine Außendarstellung gestaltet und aufgenommen werden.

Für mich zudem eine günstige Gelegenheit, die Bauwelten der beiden Städte anzusehen. Da mir klar war, dass ich an den Shootingtagen nur wenig Freizeit haben würde, habe ich noch zusätzliche Zeit eingeplant und meinen Aufenthalt um weitere vier Tage verlängert. Genügend Zeit, um eine kleine, freie Fotoserie zusammen zu stellen.

– Suche Dir einen Schwerpunkt!

Erfahrungsgemäß ist es sinnvoller, Dir bereits im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, was Du ungefähr fotografieren möchtest und welche Ausrüstung dafür benötigt wird.
Ich habe mich… Trommelwirbel, jetzt wird es spannend… für eine Architekturbildserie entschieden!

Eigentlich ist es eher eine Mischung aus Architektur- und Streetfotografie. Vielleicht nennen wir es daher einfach Streetarchitektur…

Der genaue Stil der Bildserie ist vor Ort entstanden, nachdem ich ein wenig mit den verschiedenen Motiven, Belichtungen und der Dynamik gespielt und experimentiert habe. Die Bilder sind sehr weitwinklig und mit einem 12mm Objektiv (ca.18mm auf Vollformat) aufgenommen.

Genauso wie die Architektur fasziniert mich in den Emiraten das Sonnenlicht. Es ist einfach viel weicher. Obwohl viel Licht vorhanden ist, sind die Schatten nicht so hart und dunkel wie bei uns in Deutschland. Dadurch sind die Kontraste viel sanfter. Die Aufnahmen bekommen einen ganz besonderen Look. Ich habe eine ganz ähnliche Lichtstimmung schon auf früheren Reisen in Ägypten erlebt.

-innerstädtische Transportmöglichkeiten

Um die richtigen Motive zu finden, lasse ich mich gern durch die Straßen treiben. Meist zu Fuß, aber auch in Bussen und Bahnen.

Wer schon mal in Dubai und Abu Dhabi war, weiß, dass zu Fuß gehen eher die zweite oder dritte Wahl der Fortbewegung ist. Beide Städte sind sehr weitläufig und eher für Autofahrer gebaut. Vielleicht geht der typische Emirati auch nicht gern zu Fuß… Gut, ich bin natürlich im Winter und bei 25 Grad hier. Im Sommer kann es schon mal kuschelige 50 Grad heiß werden. Vielleicht würde ich mich da auch nicht so gern auf dem Asphalt braten lassen…

In Abu Dhabi lässt sich ganz gut mit den öffentlichen Bussen fahren. Allerdings erst nachdem man das ausgeklügelte öffentliche Verkehrssystem begriffen hat… Ich steige bestimmt in fünf verkehrte Busse ein, bevor ich begriffen habe, wie hier der Hase läuft. Eigenartig, dass mir kein Busfahrer weiter helfen kann. Die Lösung ist, es können ausschließlich Busse mit max. zwei Ziffern genutzt werden, die natürlich nicht an jeder Bushaltestelle halten. Für 30 Dirham, umgerechnet 7,54 Euro, kannst Du danach eine Woche lang den kompletten Innenstadtbereich befahren.

In vielen Reiseführern werden die günstigen Taxen empfohlen, doch ich liebe es ohne festes Ziel zu fahren und spontan auszusteigen, wenn ich etwas Interessantes entdecke.
In Dubai hingegen gibt es eine meist überirdische Metro, die aus zwei fahrerlosen Linien besteht. Diese erstrecken sich über sage und schreibe 76km. Wenn Du willst, kannst Du bestimmt über zwei Stunden lang in eine Richtung fahren. Es gibt zwei Tagestickets, eine Silver- und eine Goldcard. Die Goldcard kostet zwar ungefähr das Doppelte, ermöglicht Dir jedoch die Fahrt im vordersten, beziehungsweise letzten Abteil mit Aussicht auf das Streckennetz. Gerade am ersten Tag solltest Du dieses Angebot in Anspruch nehmen.

vertical flow #18 dubai / abu dhabi

vertical flow #18
dubai / abu dhabi

-Welche Fotoausrüstung nehme ich mit?

Während ich bei meinen Jobs meist noch mit einer Vollformatkamera arbeite, bin ich auf Reisen, wie in vorangegangenen Beiträgen bereits erwähnt, lieber mit einer handlicheren und vor allem wesentlich leichteren Systemkamera unterwegs. Genauer gesagt mit einer Fuji XT-1 und einer X100s (35mm auf Vollformat). Neben den beiden Kameras habe ich zwei Objektive eingepackt:  das 18-135mm (ca. 27-200mm auf Vollformat) und das besagte 12mm Weitwinkel. Dazu ein leichtes Reisestativ, das ich allerdings kaum benutzt habe, und eine kleine unauffällige Fototasche.

Insgesamt völlig ausreichend, wie ich finde.

So, zum Schluss einige Beispiele aus meiner Bildserie, die ich „vertical flow“ genannt habe. Das Startbild zeigt übrigens das Address Luxushotel, das zu Silvester ausgebrannt ist. Daneben als Kontrast das heile Welt Plakat.